Überall ist derzeit die Rede vom Datenturbo LTE: Long Term Evolution stellt die vierte Generation mobiler Übertragungstechnik dar und ist daher auch unter 4G geläufig. Vereinfacht gesprochen handelt es sich bei LTE um Breitband via Funk.
In Deutschland sind bislang Vodafone, Deutsche Telekom mit T-Mobile und o2 Telefónica als LTE Anbieter in Erscheinung getreten.
Die Provider hatten bei der großen Auktion der Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr die für LTE erforderlichen Frequenzen ersteigert und rüsten derzeit ihre Mobilfunknetze bundesweit auf. Die Pilotphase mit Testbetrieben gilt als abgeschlossen, die ersten kommerziellen LTE-Tarife gibt es seit Dezember 2010. Die Grundgebühr startet bei 20 Euro, wobei die meisten Angebote bei etwa 40 Euro monatlich liegen.
Vorgabe ist, zunächst die „weißen Flecken“ auf der Internetlandkarte zu schließen. Somit werden ländliche Regionen, die bislang noch keinen schnellen Internetzugang hatten, zuerst mit LTE versorgt. Mit LTE ist eine rasante Datenübertragung möglich, die bis zu zehn Mal schneller ist als herkömmliches DSL.
Aktuell wenden sich die Angebote bei LTE ausschließlich an den Heimanwender, entsprechende LTE-fähige Surfsticks und WLAN-Router werden dem Kunden gestellt. Dabei wäre LTE natürlich auch für mobiles Internet via Handy durchaus interessant!
Videos und Filme in HD anschauen, super schnell im mobilen Internet surfen sowie beste Qualität bei der Telefonie unterwegs: Smartphones mit LTE-Empfangstechnik stellen einen multimedialen Fortschritt dar, stehen jedoch noch am Anfang.
Diesen Februar wurde beim Mobile World Congress in Barcelona als erstes LTE-Smartphone das LG Revolution vorgestellt, fürs vierte Quartal 2011 wurde in den Staaten das Motorola Droid Bionic angekündigt. Auf der IFA Berlin dürfte Samsung seinen neuen Smartphone-Tablet-Hybrid Galaxy Q präsentieren, bei dem über LTE als Übertragungsstandard gemunkelt wird. Beim ebenfalls für September erwarteten iPhone 4S beziehungsweise iPhone 5 gilt LTE hingegen eher als unwahrscheinlich. Apple wird wohl aus strategischer Sicht erst in der kommenden Generation für LTE Verwendung finden.
Die LTE Verfügbarkeit soll 2011 noch erheblich steigen, die LTE Anbieter sprechen jeweils von rund 1.500 neu erschlossenen Ortschaften bis Ende des Jahres. Großstädter müssen sich etwas gedulden, wenn auch bereits Stadtstaaten wie Berlin, Bremen und Hamburg oder LTE-Vorzeigestädte wie Köln, Frankfurt und München mit den Konzernen kooperieren und an einer raschen Erschließung arbeiten.