Die große Flut an nationalen und internationalen Filmen, die jede Woche in die deutschen Lichtspielhäuser kommen und sich dem erbitterlichen Kampf um Zuschauerzahlen und Box-Office-Erträge stellen, nimmt immer mehr zu. Die Verleiher kämpfen erbittert um die Aufmerksamkeit des Kinogängers. Allerdings ist auch dieser selbst zunehmends überfordert und schafft nur einen Bruchteil der Filme im Kino zu sehen, die ihn ansprechen.
Trend zum Heimkino
Da kommt es gelegen, dass die Kinofilme auf DVD sich immer mehr Beliebtheit erfreuen. Die optionale Sprachauswahl zwischen Synchron- und Originalfassung, die liebevoll gestalteten Menüs oder die – je nach DVD-Ausstattung – üppigen Hintergrundinformationen bieten dem Filmfan all das, was er wissen will und sehen will. Meist nach sechs Monaten erscheinen die Blockbuster nach dem Kinostart auf der silbernen Scheibe und geben dem Konsumenten all die Ruhe das Filmerlebnis zu genießen. Mit der stetigen Preissenkung verschiedener Elektromärkte und Online-Händler sind die Kinofilme auf DVD schon zu sehr niedrigen Preisen zu haben. Darunter finden sich jedoch nicht nur ältere Titel sondern ebenso Neuerscheinungen. Hier liegt auch der kritische Punkt, der die DVD zum direkten Konkurenten des Kinos macht. Mehr Hintergrundinfos, fairer Preis, verschiedene Sprachoptionen und kein Schlange-stehen vor dem Ticketcounter – das Wohnzimmer wird zum privaten Vorführraum. Das klingt durchaus positiv, ist aber ein ewiger Streit zwischen den Konsumenten, Verleihern und Produzenten der Filme.
Überlebenskampf des Kinos?
Was für die große Leinwand gemacht wird, sollte auch auf der Leinwand die entsprechende Wertschätzung erfahren. Der Versuch der Filmbranche dies zu vermitteln, wird noch ein lang anhaltender Kampf bleiben. Was die DVD jedoch nicht transportieren kann und auch in naher Zukunft nicht schaffen wird, ist das gemeinschaftliche Gefühl im Kinosaal voller Erwartung sich auf den Blockbuster zu freuen. Hierfür wurde noch kein Extra für die Kinofilme auf DVD entwickelt.